Hat die Cloud Kitchen die hohen Erwartungen wahrmachen können? Ein Update von CashDesk.

Cloud Kitchen, Ghost Kitchen oder ein virtuelles Restaurant. Zumeist wird das Konzept 2019 aufgenommen in den beliebten Listen mit neuen Trends (Entree Magazine, 2019; Spronsen, 2019). Damals war das Konzept der Cloud Kitchens noch nicht vollständig angekommen in Europa. 2020 war ein Jahr in dem viel passiert ist in der Welt der Cloud Kitchens. Inzwischen hat Deliveroo weltweit über 250 Cloud Kitchens eröffnet (81 davon in London) und präsentierte Kitchen Robotics eine selbstlernende, robotische Küche (Food Inspiration, 2020; Warsaw Business Journal, 2020). Kurz, Zeit für ein Upgrade.

 

Was ist eine Cloud Kitchen?

Cloud Kitchen = eine effizient eingerichtete Küche die sich vollständig konzentriert auf die Zubereitung und Zulieferung von Mahlzeiten für unterschiedliche Konzepte. Und somit gibt es dort auch keine Sitzplätze oder Möglichkeiten die Mahlzeiten selbst abzuholen.

 

Die heutige weltweite Krise als Boost für Cloud Kitchens

Wo die Coronakrise vielen Restaurants das Leben schwer gemacht hat, hat sie Cloud Kitchens gerade einen Boost gegeben. Weil der Markt für Mahlzeitlieferung immerzu wuchs, wurde er während der momentanen Krise geradezu nach oben katapultiert. Für viele Restaurants ist Mahlzeitlieferung der einzige Ausweg um den Kopf über Wasser zu halten. Cloud Kitchens bieten beim Übergang von traditionellen Restaurants zu Mahlzeitlieferung einige willkommene Vorteile. Die Küchen sind nicht gebunden an Orte im Zentrum, was bedeutet dass man stark sparen kann bei den Mieten. Zudem können mehrere Konzepte dieselben Räume nutzen und sind die Küchen effizient eingerichtet.

 

Cloud Kitchens, “eine Billion Dollar in 2030”

Während einer virtuellen Konferenz wurde vor kurzen eine bemerkenswerte Vorhersage gemacht von Euromonitor, Führer auf dem Gebiet strategischer Marktforschung (Restaurant Dive, 2020). Sie schätzen den potentiellen Marktwert von Cloud Kitchens im Jahr 2030 auf gut eine Billion Dollar ($1.000.000.000.000!). Das wären gut 876 Milliarden Euro. Cloud Kitchens sind besser auf den Gebieten Bezahlbarkeit, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit, verglichen mit traditionellen (Liefer)Restaurants, während sich Kunden immer schneller gewöhnen an schnell gelieferte Mahlzeiten. Laut M. Schäfer sieht Euromonitor, gerade wegen dieser Entwicklungen, eine sehr schöne Zukunft für Cloud Kitchens kommen.

 

Figur 1: APAC = Asia-Pacific

 

Ähnliche Vorhersagen haben Coldwell Banker Richard Ellis (CBRE, 2020) wenn sie sich konzentrieren auf Europa. 2020 erwartet diese amerikanische Investitionsfirma dass der Markt für Cloud Kitchens in Europa 400 Millionen Dollar wert sein wird. Ein Wachstum von 85% (!) im Vergleich zu 2019. Ein Jahr später, 2021, erwartet CBRE dass die Grenze von $600 Millionen überschritten wird. Es gibt allerdings auch eine Kehrseite dieser rosigen Vorhersagen…

In den Vereinigten Staaten sind inzwischen mehrere Arten Cloud Kitchens insolvent gegangen weil profitabel wachsen sich als schwierig erwies (Entree Magazine, 2020). In Europa sind Cloud Kitchens nicht immer unbedingt erfolgreich: so musste Cloud Kitchen Kette Keatz Ende 2019 alle ihre zehn Küchen schließen wegen Kapitalmangels (Twinkle, 2019).

 

Unruhe in Belgien und Australien wegen Cloud Kitchens

Eine beliebte und effektive Strategie von Cloud Kitchens ist das Platzieren einer Reihe Container mit darin allen benötigten Küchenmaterialien (CBRE, 2020). Auf diese Art kann man eine Cloud Kitchen auch einfach ausbreiten während man die Flexibilität erhält. Es gibt allerdings auch einige Nachteile an dieser Strategie. Aus sowohl Belgien (Elsene) als auch Australien (Melbourne) tauchen Berichte auf mit Beschwerden über die Cloud Kitchens (BRUZZ, 2020; The Age, 2020). Von Lärmbeschwerden der an- und abfahrenden Scooter die bis spät abends arbeiten, bis zum starken Geruch mexikanischer Kräuter. Ein Anwohner erzählt: “Die Gerüche ziehen in meine Wäsche die ich deshalb nicht mehr draußen aufhängen kann.”

 

 

Was sind die letzten technologischen Entwicklungen?

Da Cloud Kitchens nach Effizienz streben, ist dieses Konzept empfänglich für neue technologische Entwicklungen die Automatisierung ermöglichen. Hauptsächlich Roboter die in der Küche eingesetzt werden können, sind wertvoll für diese Küchen.

Flippy der Roboter wurde vor kurzem von Miso Robotics (Business Insider Nederland, 2020) auf den Markt gebracht. Flippy kann einen Grill und eine Fritteuse bedienen und ist deshalb interessant für Fastfood Ketten. Der Fokus liegt nur noch nicht auf Lieferrestaurants und/oder Cloud Kitchens. Möglicherweise passiert das, nach Weiterentwicklung, in der nahen Zukunft und wird Flippy dann in Cloud Kitchens eingesetzt. Der Roboter kostet momentan gut €25.000,-.

 

CashDesk und Cloud Kitchens

CashDesk Liefersoftware kann Cloud Kitchens hervorragend unterstützen: mehrere Menükarten und Webseiten können miteinander verbunden werden wodurch Bestellungen von unterschiedlichen Webseiten im selben System eingelesen werden. Aus diesem System können die Bestellungen einfach weitergeleitet werden an die entsprechenden Küchen. Behalte die Übersicht mit CashDesk Liefersoftware!

Hat der Aufmarsch von Cloud Kitchens Ihr Interesse geweckt und möchten Sie die Möglichkeiten in Bezug auf dieses Konzept mit uns besprechen? Kontaktieren Sie uns dann für freibleibende Beratung über sales@lieferkassen.de oder 00 49 22830401901.

 

Zusammenfassung

Positive Vorhersagen, negative Geräusche und neue technologische Entwicklungen. Was bleibt unterm Strich?

Zuallererst ist es wichtig darüber nachzudenken dass Zukunftsvorhersagen immer basiert sind auf zahllosen unsicheren Faktoren. Gerade jetzt, während der momentanen Coronakrise. Ein Marktwert von einer Billion Dollar in 2030 kann somit ruhig mit einer Prise Salz zur Kenntnis genommen werden. An der anderen Seite sind es professionelle Organisationen welche diese Vorhersagen machen auf Grund komplexer Modelle. Dass der Markt für Cloud Kitchens in den kommenden Jahren stetig wachsen wird, davon können wir ruhig ausgehen.

Dann die negativen Geräusche: Beschwerden, Unruhe, Insolvenzen und Skeptiker. Nicht so verrückt bei einem Konzept mit einem Potenzial wie das von Cloud Kitchens. Bei Innovationen mit einem solchen Eingriff in eine bestimmte Industrie, ist es fast unmöglich dass alles locker ohne irgendwelche Formen des Widerstands abläuft. Diese Probleme sind in unseren Augen unumgänglich. Möglicherweise werden bestimmte Sachen das Wachstum in manchen Ländern etwas bremsen im Vergleich zu anderen Teilen der Welt. Letztendlich werden auch hier die Cloud Kitchens aber eine wichtige Rolle spielen, erwarten wir.

 

Referenzen:

  • BRUZZ. (2020, 9. September). Eerste “dark kitchen” voor maaltijdleverdiensten wordt niet gesmaakt door Elsenaren.
  • Business Insider Nederland. (2020, 20. Oktober). Fastfoodzaken opgelet: Robot Flippy kan burgers en frietjes bakken en is nu te koop voor €25.000.
  • CBRE. (2020, Mai). Online Food Delivery & Dark Kitchens in the Nordics.
  • Entree Magazine. (2019, 1. Mai). Nieuwe (horeca)trend: dark kitchens.
  • Entree Magazine. (2020, 17. Februar). Horecatrends 2020 deel 1: Dark kitchen.
  • Food Inspiration. (2020, 2. September). Ghost Kitchens een biljoen waard in 2030.
  • Restaurant Dive. (2020, 10. Juli). Ghost kitchens could be a $1T global market by 2030, says Euromonitor.
  • SMH.com.au. (2020, 10. April). Dark kitchens in high demand as isolation boosts delivery services. The Sydney Morning Herald.
  • Spronsen. (2019, 7. März). Dark Kitchens | Virtuele restaurants in opkomst.
  • The Age. (2020, 22. Februar). Dark kitchen for food delivery apps means inconvenience for locals.
  • Twinkle. (2019, 6. Dezember). Keatz zit in de problemen en sluit al zijn keukens.
  • Warsaw Business Journal. (2020, 14. Mai). Dark kitchen: new market soon almost double in Europe.